Jeremy Sydow und Triumph: Ein Wechsel mit Perspektive
Jeremy Sydow und sein neues Arbeitsgerät, die Triumph TF 250 E. / Foto: Sebastian Wolter
Als für Jeremy Sydow beim Italien-GP klar wurde, dass sich sein bisheriges Kapitel bei Sherco schließen würde, öffnete sich fast zeitgleich eine neue Tür – und zwar bei Triumph. Ein Schritt, der nicht nur einen neuen Arbeitgeber bedeutet, sondern den Einstieg in ein ambitioniertes Werksprojekt, das den Endurosport nachhaltig prägen will.
Mit der TF-250-E steigt Sydow in ein junges, aber klar strukturiertes Factory-Programm ein, in dem Entwicklung, Professionalität und langfristige Perspektiven im Mittelpunkt stehen. Der Deutsche bringt Erfahrung, Speed und eine klare Vorstellung davon mit, was es braucht, um ein neues Projekt nach vorne zu bringen. In unserem Interview spricht er offen über den Moment der Entscheidung, seine ersten Eindrücke vom Bike, seine Rolle im Team – und darüber, warum er davon überzeugt ist, mit Triumph genau zur richtigen Zeit den richtigen Schritt gemacht zu haben.
Jeremy, dein Wechsel zu Triumph ist jetzt offiziell. Was war der entscheidende Moment, in dem dir klar wurde: Das ist mein nächster Schritt?
Ab dem Italien-GP wusste ich, dass Sherco meinen Vertrag nicht verlängern wird. Das wurde mir dort entsprechend mitgeteilt. Daraufhin habe ich relativ schnell bei Triumph angefragt. Zum Glück konnte ich ein sehr gutes Rennen abliefern – und dann ging eigentlich alles ziemlich schnell.
Triumph ist noch ein junges Factory-Team im Offroad- und EnduroGP-Bereich. Was hat dich überzeugt, Teil dieses aufstrebenden Projekts zu werden?
Wenn eine neue Marke in den Sport einsteigt, beobachtet man das natürlich genau. Mich hat Triumph von Tag eins an überzeugt. Das war für mich ein klarer Pluspunkt. Triumph legt extrem viel Wert auf das Motorrad selbst, aber auch auf das Auftreten im Fahrerlager und die gesamte Präsentation. Genau das hat mich von Anfang an abgeholt.
Du wirst eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung der TF-250-E einnehmen. Wie fühlt es sich an, aktiv am Aufbau eines Werksteams mitzuwirken?
Das hört sich natürlich sehr gut an und gibt mir zusätzliche Motivation. Ich freue mich darauf, mein Wissen und meine Erfahrungen, die ich mir über die Jahre aufgebaut habe, aktiv in das Projekt einzubringen. Für mich ist das eine richtig coole Herausforderung.
Viele Fahrer sehen Triumph als Team mit großem Zukunftspotenzial. Wie schätzt du deine sportlichen Möglichkeiten ein?
Für mich ist Triumph definitiv eine Marke, die ich langfristig sehr weit vorne sehe – vor allem aufgrund der Struktur und der Fahrer, die bereits in die Entwicklung eingebunden sind. Kurzfristig sehe ich, dass ich ein sehr gutes Motorrad habe und ein Werk hinter mir steht, das versucht, alles möglich zu machen. Langfristig bin ich überzeugt, dass Triumph eine große Zukunft im Endurosport hat. Das Motorrad wird ständig weiterentwickelt, und ich hoffe, dabei auch eine wichtige Rolle zu spielen.
Du hattest bereits erste Testtage. Was hat dich an der TF-250-E direkt überrascht?
Vom ersten Moment an, als ich auf dem Bike saß, habe ich mich direkt wohlgefühlt – das war mir extrem wichtig. Negative Punkte kann ich aktuell ehrlich gesagt keine nennen. Besonders positiv überrascht haben mich die Fußrastenposition und das Handling des Motorrads.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem neuen Team bisher?
Ehrlich gesagt hatte ich bisher noch nicht extrem viel Kontakt, da die intensiven Tests erst ab Mitte bis Ende Januar beginnen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden. Meine Wünsche werden ernst genommen und direkt versucht umzusetzen. Darauf lege ich großen Wert. Auch wenn wir noch nicht viel zusammengearbeitet haben, ist der erste Eindruck sehr professionell und durchweg positiv.
Welche sportlichen Ziele setzt du dir für dein erstes Jahr im Triumph-Werksteam?
Mein klares Ziel ist es, in der Enduro-WM in meiner Klasse jedes Wochenende ums Podium zu fahren und am Ende der Saison unter den Top 3 zu stehen. In der Enduro-GP-Gesamtwertung möchte ich die Top 5 anpeilen – ich bin überzeugt, dass ich das Zeug dazu habe. In Deutschland ist mein Ziel ganz klar der Titelgewinn, außerdem möchte ich ein guter Markenbotschafter für Triumph sein.
Spürst du, dass Triumph wirklich etwas bewegen will?
Definitiv. Das merkt man von der ersten Sekunde an. Mir wurde bereits unglaublich viel Material zur Verfügung gestellt, das ich ausprobieren konnte – und das motiviert natürlich enorm. Ich habe das Gefühl, dass hier alles dafür getan wird, erfolgreich zu sein. Das kann eigentlich nur gut werden.
Wie wichtig ist dir die Rolle als Markenbotschafter?
Das ist mir sehr wichtig. Ich möchte die Marke aktiv mit aufbauen und nach außen positiv vertreten. Ich denke, ich habe mir im Endurosport – gerade in Deutschland – bereits einen Namen gemacht. Deshalb lege ich großen Wert darauf, mich auch außerhalb der Strecke professionell zu präsentieren und Triumph bestmöglich zu repräsentieren.
Zum Abschluss: Was möchtest du den Triumph-Fans und deinen Unterstützern mitgeben?
Ich freue mich extrem auf dieses neue Kapitel. Zum ersten Mal im Enduro mit einem Viertakter unterwegs zu sein, ist für mich etwas Besonderes. Ich bin hochmotiviert und hoffe, gemeinsam mit meinem neuen Team große Erfolge zu feiern. Gleichzeitig möchte ich dazu beitragen, Triumph im Enduro-Bereich – gerade hier in Deutschland – noch bekannter zu machen. Ich bin überzeugt, dass wir auf einem sehr guten Weg sind.
