Jeffrey Herlings über die ersten Runden auf der Honda
Jeffrey Herlings äußerte sich bereits nach seinem ersten Arbeitstag zur Honda. Foto: HRC
Für Jeffrey Herlings begann das Jahr 2026 nicht mit Urlaub oder ruhigem Aufbau, sondern direkt mit Arbeit. Am 1. Januar saß der Niederländer erstmals auf seiner neuen Honda – ein Datum, das symbolisch für einen echten Neustart steht. Nach mehr als 15 Jahren bei KTM ist für ihn alles neu: Motorrad, Team, Abläufe, Denkweisen.
Herlings selbst beschreibt diesen Schritt sachlich und ohne große Inszenierung. Er habe lange auf diese Veränderung hingearbeitet und bewusst einen neuen Weg einschlagen wollen. „Ein neues Kapitel“, sagt er – und meint damit nicht nur einen Markenwechsel, sondern einen kompletten Bruch mit dem Gewohnten.
Wenig Zeit, viel Arbeit
Dass der Zeitpunkt anspruchsvoll ist, weiß Herlings genau. Bis zum ersten MXGP-Lauf in Argentinien bleiben nur sechs bis sieben Wochen. Entsprechend klar ist der Plan: so viel Fahrzeit wie möglich sammeln, jede Minute nutzen. Der erste Testtag diente nicht dem Eindruck nach außen, sondern dem Verständnis füreinander.
Neues Motorrad, neues Team – beide Seiten starten ohne Erfahrungswerte. Herlings kennt die Honda noch nicht, Honda kennt Herlings’ Anforderungen nur aus Daten und Beobachtungen. Umso wichtiger war der direkte Austausch auf der Strecke.
Erste Anpassungen, erste Fortschritte
Schon am ersten Tag wurde intensiv gearbeitet. Kleine Änderungen, direkte Rückmeldungen, schnelle Reaktionen. Herlings spricht davon, dass bereits spürbare Schritte gemacht wurden – nicht im Sinne von Rundenzeiten, sondern im Gefühl auf dem Bike.
Gerade für einen Fahrer seines Kalibers ist das entscheidend. Vertrauen entsteht nicht durch große Versprechen, sondern durch Details. Und genau diese Details standen am ersten Testtag im Mittelpunkt.
Eindruck vom neuen Umfeld
Auffällig ist, wie ruhig Herlings über Honda HRC spricht. Keine Euphorie, kein Überschwang – stattdessen Respekt für die Struktur und Erfahrung des Teams. Er betont, wie breit Honda im Motorsport aufgestellt ist und wie viel Know-how aus unterschiedlichsten Bereichen einfließt.
Für ihn sei es angenehm, in einem Umfeld zu arbeiten, das Prozesse kennt und strukturiert umsetzt. Gerade nach so vielen Jahren in einem festen System ist dieser neue Input für ihn ein wichtiger Reiz.
Kein Vergleich, kein Urteil
Herlings vermeidet bewusst Vergleiche zu früheren Motorrädern. Er spricht weder von besser noch schlechter. Für ihn geht es aktuell ausschließlich darum, sich einzuarbeiten und eine Basis zu schaffen. Bewertungen würden später kommen.
Diese Herangehensweise passt zu seinem aktuellen Auftreten. Der fünffache Weltmeister wirkt konzentriert, nüchtern und zielgerichtet. Kein Showeffekt, kein Druckaufbau – sondern Arbeit Schritt für Schritt.
Ein echter Neustart
Der erste Tag auf der Honda war kein Test im klassischen Sinn, sondern der Beginn eines Prozesses. Für Herlings ist klar, dass diese Umstellung Zeit braucht. Gleichzeitig zeigt er sich motiviert, diesen Weg konsequent zu gehen.
Ob dieser Neuanfang sportlich den gewünschten Effekt bringt, wird sich erst im Laufe der Saison zeigen. Fest steht jedoch: Jeffrey Herlings hat den ersten Schritt gemacht – ruhig, fokussiert und ohne Umwege.
