Joey Savatgy: Ein kleines Missverständnis, das plötzlich groß wirkte
Joey Savatgy geriet beim WSX Lauf in Melbourne mit Haiden Deegan aneinander. / Foto: SX Global
Beim dritten WSX-Rennen 2025 in Gold Coast knisterte die Luft – nicht nur wegen der Atmosphäre im Stadion, sondern auch wegen einer Szene zwischen Joey Savatgy und Haiden Deegan, die nach dem Rennen für Gesprächsstoff sorgte.
Positionswechsel im Sekundentakt
Diesmal lag die Dynamik klar: Deegan kam von hinten, hatte Tempo, war im Flow und wollte auf Position 2. Vor ihm: Savatgy. Die beiden lieferten sich zunächst einen engen Schlagabtausch – mehrfach wechselten sie die Positionen, mal Deegan vorn, dann Savatgy, dann wieder Deegan. Intensiv, sauber, echtes Racing.
Deegans Nervosität bringt den Rhythmus durcheinander
Nach dem letzten Pass wurde Deegan immer nervöser, je öfter Savatgy wieder ans Hinterrad des Yamaha-Fahrers rückte. Der 19-Jährige schaute ständig über die Schulter, als würde er jeden Moment einen harten Blockpass erwarten. Für ihn wirkte es so, als wolle Savatgy ihn ausbremsen oder zu Spielchen verleiten. Savatgy hingegen war völlig im Vorwärtsdrang: „Ich wollte einfach nur nach vorne fahren. Kein Cat-and-Mouse, kein Quatsch.“
Deegans Nervosität brachte den 19-Jährigen schließlich aus der Spur, und er rutschte weg und ging zu Boden. Savatgy musste weit gehen, um eine Kollision zu vermeiden, und verlor ebenfalls Zeit – ein eigentlich normales Racing-Manöver wirkte plötzlich wie ein kleines Drama.
Klärung im Paddock
Nach dem Rennen ging Savatgy direkt auf Deegan zu. Kein Drama, kein lautes Wort – eher ein „Bro, wir müssen kurz reden“.
Da wurde schnell klar, dass Deegan wirklich überzeugt gewesen war, Savatgy würde ihn abräumen. Sein Mechaniker erklärte sogar, man könne Joey „schwer lesen“, was die Unsicherheit nur verstärkte. Savatgy selbst nahm das Ganze jedoch eher amüsiert als genervt zur Kenntnis. Für ihn war die Sache eindeutig: „Ich bin zu alt für solche Spielchen. Ich fahr hart, aber nicht dumm.“
Alles halb so wild
Was im Rennen wie ein aufziehender Konflikt aussah, stellte sich nach dem Gespräch als ganz normales Missverständnis heraus. Zwei Fahrer, Adrenalin am Limit, Millisekunden-Entscheidungen – und zwei unterschiedliche Wahrnehmungen derselben Situation.
Am Ende blieb ein Schulterzucken und die Erkenntnis: Manchmal reicht ein Blick über die falsche Schulter, und schon entsteht eine Geschichte, die es eigentlich nie gab.
