Bloy und Koch – Dortmund als letzter Prüfstein auf dem Weg zum Supercross-Traum
Paul Bloy beim Supercross Dortmund. / Foto: Dörr Motorsport
Das Supercross in Dortmund markierte für Paul Bloy und Nico Koch weit mehr als nur das Ende der europäischen Hallensaison. Für beide Fahrer war das Wochenende in der ausverkauften Westfalenhalle ein bewusster Übergang: ein letzter Härtetest auf heimischem Boden, bevor sich der Blick nun konsequent in Richtung USA richtet. Dort werden beide künftig für das neu gegründete CDF Racing Team an den Start gehen – mit dem klaren Ziel, sich Schritt für Schritt in der härtesten Supercross-Meisterschaft der Welt zu etablieren.
Paul Bloy: Leistung bestätigt, Richtung vorgegeben
Paul Bloy (Dörr Motorsport Triumph Racing) nutzte Dortmund als klare Standortbestimmung. In der SX2-Klasse zeigte er vom ersten Training an, dass er sportlich bereit ist für den nächsten Schritt. Schnelle Runden, starke Vorläufe und ein souveräner Auftritt im Abendprogramm unterstrichen sein Potenzial. Besonders der Samstagsfinaleindruck blieb hängen: perfekter Start, frühe Führung und kontrollierte Pace, bis ein Sturz im Waschbrett das Rennen abrupt veränderte.
Der Rückschlag kostete ein mögliches Spitzenergebnis, änderte jedoch nichts an der Gesamtbewertung. Bloy blieb fokussiert, fuhr das Rennen zu Ende und stellte am Sonntag erneut seine Klasse unter Beweis. Trotz leichter Verletzungen aus dem Sturz zeigte er in den drei Finalläufen zum „König von Dortmund“ Konstanz, Mut und Rennintelligenz. Am Ende fehlten nur zwei Punkte zum Podium – ein Detail, das die gezeigte Leistung eher unterstreicht als schmälert.
Für Bloy war Dortmund damit kein Abschluss, sondern ein klares Signal. Tempo, Anpassungsfähigkeit und mentale Stabilität waren da – genau jene Eigenschaften, die im US-Supercross entscheidend sind. Mit diesem sportlichen Rückenwind und als Teil des neuen CDF Racing Teams geht es nun über den Atlantik.
Nico Koch: bewusster Verzicht mit Blick auf das große Ziel
Ganz anders verlief das Wochenende für Nico Koch (Becker Racing). Bereits vor dem Event war klar, dass er gesundheitlich angeschlagen nach Dortmund gereist war. Trotz großer Motivation und dem Versuch, sich über die Trainingssessions am Freitag und Samstag heranzutasten, zeigte sich schnell, dass der Körper nicht das mitmachte, was der Kopf wollte. Mehr als wenige schnelle Runden am Stück waren nicht möglich.
Angesichts der hohen körperlichen Belastung, des enormen Tempos und der ständigen Sturzgefahr entschied sich Koch die Reißleine zu ziehen. Statt etwas zu erzwingen, entschied er sich, einen Gang rauszunehmen. Nicht aus Vorsicht, sondern aus Vernunft. Ein Start hätte wenig gebracht – außer zusätzlichem Risiko.
Gerade im Supercross, wo man keine Reserven verstecken kann, ist das eine Entscheidung, die Respekt verdient. Für Koch hieß es mit Blick auf den bevorstehenden Trip: gesund werden, Belastung langsam steigern und sich in Ruhe vorbereiten. Der Blick geht nach vorne, in Richtung USA. Dort will er bereit sein, wenn es für das CDF Racing Team wirklich losgeht – körperlich fit und mit freiem Kopf.
Dortmund als Übergang, nicht als Ziel
So unterschiedlich die Erlebnisse von Bloy und Koch in Dortmund auch waren, die Bedeutung des Wochenendes ist für beide ähnlich. Es war kein Endpunkt, sondern ein Übergang. Bloy nimmt sportliches Selbstvertrauen und Bestätigung mit, Koch eine klare Prioritätensetzung und die nötige Geduld.
Der Traum lebt – jetzt auf amerikanischem Boden
In den kommenden Wochen beginnt für beide ein neues Kapitel. Training in den USA, Anpassung an neue Strecken, höhere Intensität und ein Umfeld, in dem jedes Detail zählt. Als Fahrer des neu formierten CDF Racing Teams wollen Paul Bloy und Nico Koch ihren gemeinsamen Traum weiterverfolgen: sich im Mutterland des Supercross zu beweisen und dort den nächsten Schritt in ihrer Karriere zu gehen.
Dortmund war der Abschied von der Hallensaison. Der eigentliche Prüfstein wartet nun jenseits des Atlantiks.
