„Bester Rahmen im Motocross?“ – Dylan Ferrandis sorgt für großes Ducati-Echo

Dylan Ferrandis in der SMX Pre-Season Pressekonferenz, in der er den Ducati Rahmen lobte.

Dylan Ferrandis in der SMX Pre-Season Pressekonferenz, in der er den Ducati Rahmen lobte. / Foto: Feld Motorsports

Dylan Ferrandis hat mit einem einzigen Satz die Szene einmal kurz angehalten: „It’s the best frame in motocross.“ BÄM. Ein Satz wie ein Volltreffer aus dem Nichts. Knapp, selbstbewusst und so groß, dass man automatisch innehalten muss. Denn wenn ein erfahrener Supercross-Profi eine solche Aussage trifft, dann bleibt das nicht einfach stehen. Es wird diskutiert, hinterfragt, eingeordnet – und genau das passiert jetzt.

Was Ferrandis wirklich meint: Ein persönlicher Durchbruch

Um seine Worte zu verstehen, muss man seinen Hintergrund kennen. Ferrandis hatte über Jahre dasselbe Problem: Er fühlte sich auf anderen Bikes nie hundertprozentig zu Hause. Vor allem der Honda-Rahmen brachte eine gewisse Unruhe mit sich, die ihm im Supercross schlicht im Weg stand. Zu viel Flex, zu wenig Stabilität in Landungen, ein Gefühl, das ihn nicht mit dem Bike verschmelzen ließ.

Und dann steht er plötzlich auf der Ducati – und dieses eine Problem, das ihn so lange begleitet hat, ist einfach weg. Das Chassis gibt ihm zum ersten Mal seit Jahren das Gefühl von totaler Kontrolle. Der Rahmen verhält sich so präzise, so ausgewogen und so vorhersehbar, dass er das erlebt, wonach viele Fahrer jahrelang suchen: ein Motorrad, das sich anfühlt wie eine natürliche Verlängerung des eigenen Körpers.

Vor diesem Hintergrund wird klar, warum ihm dieser Satz so leicht über die Lippen kommt. Für ihn persönlich war die Ducati wie ein Befreiungsschlag.

Warum diese Aussage nicht für alle gilt – und auch nicht gelten kann

So beeindruckend Ferrandis’ Begeisterung ist, sie bleibt eine individuelle Empfindung. Motocross respektive Supercross funktioniert nun einmal nicht wie ein mathematisches System, in dem ein Rahmen für alle richtig oder falsch ist. Jeder Fahrer bringt einen eigenen Stil mit, eigene Gewohnheiten, eigene körperliche Voraussetzungen. Was Ferrandis als ideal empfindet, könnte für einen anderen Fahrer zu steif, zu direkt oder schlicht ungewohnt sein.

Auch die Ducati selbst befindet sich noch in einer frühen Phase. Nur wenige Athleten haben sie bisher wirklich im Supercross-Renntempo bewegt. Viele Setups müssen erst entstehen, viele Rückmeldungen erst gesammelt werden. Ob sich der Rahmen tatsächlich als neuer Supercross-Maßstab etabliert, kann erst die Zeit zeigen. Ein starker erster Eindruck ist kein endgültiges Urteil.

Was die Aussage dann bedeutet: Ein starkes Signal – aber keine absolute Wahrheit

Ferrandis’ Satz wirkt wie eine Kampfansage an die Konkurrenz, ist in Wirklichkeit aber eher ein Einblick in sein Innerstes. Er zeigt, wie sehr das neue Bike zu ihm passt und wie sehr es ihm gerade Vertrauen zurückgibt. Die Ducati trifft offensichtlich genau den Punkt, an dem er zuvor immer wieder hängen blieb. Für ihn ist die Desmo450 MX ein Motorrad, das nicht nur technisch überzeugt, sondern emotional etwas auslöst: das Gefühl, endlich wieder angreifen zu können.

Dass er daraus den „besten Rahmen im Motocross“ macht, sagt mehr über die Intensität dieser Erleichterung aus als über eine objektive Wahrheit. Er empfindet das so – und das darf er. Aber ob das gesamte Supercross-Universum das genauso sieht, wird sich erst beweisen, wenn dieses Bike im echten Renndruck steht und sich gegen voll entwickelte Plattformen behaupten muss.

Am Ende bleibt ein Satz, der neugierig macht – und das Ducati Supercross-Projekt größer wirken lässt

Ferrandis’ Worte stehen nun im Raum, kraftvoll und mit einer Wucht, die man nicht ignorieren kann. Sie bringen eine Energie mit, die zeigt, wie viel Potenzial in diesem Projekt steckt. Gleichzeitig bleiben sie, nüchtern betrachtet, ein persönlicher Moment eines Fahrers, der plötzlich wieder das Gefühl hat, alles erreichen zu können.

Ob der Ducati-Rahmen wirklich der beste im Motocross ist? Das ist heute noch nicht zu beantworten.

Aber eines ist sicher: Dieser Satz hat die Erwartungen an die Desmo450 MX auf ein neues Level gehoben – und allein das zeigt, wie ernst man Ducati inzwischen nehmen muss.