Benavides übernimmt die Führung – Dakar wird offener denn je

Luciano Benavides übernimmt nach Etappe 8 der Dakar 2026 die Führung.

Luciano Benavides übernimmt nach Etappe 8 der Dakar 2026 die Führung. / Foto: Edo Bauer

Noch vor wenigen Tagen schien die Rollenverteilung klar. Nach einer Saison, in der vor allem Daniel Sanders und Tosha Schareina den Ton angaben, schien der Ausgang der Dakar Rallye 2026 für viele bereits vorgezeichnet. Ein direkter Zweikampf der beiden galt als wahrscheinlichstes Szenario. Luciano Benavides tauchte zwar in Analysen und Vorschauen immer wieder auf, wurde dabei jedoch meist eher als Außenseiter denn als ernsthafter Siegkandidat gehandelt. Nach Etappe acht hat sich dieses Bild deutlich verschoben.

Der Argentinier führt nach seinem dritten Etappensieg die Gesamtwertung an – mit einem Vorsprung von gerade einmal zehn Sekunden auf seinen Teamkollegen Daniel Sanders. Eine Vorentscheidung ist das nicht, aber ein klares Signal.

Etappe acht: Führung aus eigener Kraft

Die achte Etappe rund um Wadi Ad-Dawasir war die bislang längste der Rallye. 483 Kilometer Wertungsprüfung verlangten den Fahrern volle Konzentration: schnelle Passagen wechselten mit Dünenfeldern, sandigen Tracks und technisch anspruchsvollen Abschnitten. Navigation spielte eine zentrale Rolle.

Benavides eröffnete die Wertungsprüfung und blieb über die gesamte Distanz allein an der Spitze. Er fand früh seinen Rhythmus, hielt das Tempo konstant hoch und kam ohne nennenswerte Fehler ins Ziel. Neben dem Etappensieg sammelte er die volle Bonuszeit von 7:28 Minuten ein und übernahm damit die Führung im Gesamtklassement.

Sanders bleibt dran, Honda in Lauerstellung

Daniel Sanders fuhr die zweitbeste Tageszeit und verteidigte seine Position gegenüber Ricky Brabec, der ihm bis ins Ziel dicht folgte. Der Australier liegt nun nur zehn Sekunden hinter Benavides und bleibt voll im Titelrennen.

Auch die Monster Energy Honda HRC-Piloten sind weiterhin präsent. Brabec rangiert auf Platz drei der Gesamtwertung und hält den Abstand zur Spitze überschaubar. Tosha Schareina liegt zwar weiter zurück, ist aber noch nicht vollständig aus dem Spiel, solange die Rallye Fehler verzeiht – was sie selten tut.

Solider Auftritt von Canet

Edgar Canet setzte seinen Lernprozess bei seiner ersten Dakar konsequent fort. Der RallyGP-Rookie beendete Etappe acht auf Rang sieben. Trotz kleiner Navigationsfehler auf der sehr schnellen Prüfung verlor er keine entscheidende Zeit und brachte das Motorrad sicher ins Ziel.

Für Canet steht weiterhin das Sammeln von Erfahrung im Vordergrund – ohne unnötige Risiken, aber mit konstanten Leistungen im vorderen Feld.

Wo stehen die Deutschen?

Maxi Schek hat sich auf Platz 32 festgebissen. Der KTM Pilot liegt nach Stage 8 nun 8 Stunden und 15 Minuten hinter dem Führenden Benavides. Markus Hertlein rangiert mit einem Rückstand von knapp 19 Stunden auf Platz 75 der Gesamtwertung.

Marathonphase startet

Mit Etappe neun beginnt die zweite Marathon-Etappe der Dakar 2026. 541 Kilometer Gesamtstrecke, davon 418 Kilometer Wertungsprüfung, stehen auf dem Programm. Externe Hilfe ist nicht erlaubt, Reparaturen müssen eigenständig durchgeführt werden, übernachtet wird im Biwak.

Die Abstände an der Spitze sind minimal, die Anforderungen bleiben hoch. Benavides hat sich in Position gebracht – ob daraus mehr wird, entscheidet sich in den kommenden Tagen.

Gesamtwertung der Dakar 2026 nach Stage 8 (Top 20)

Top_20_Overall_Results