ADAC MX Masters – offener Kalender und nur noch 92 Tage Zeit
Der ADAC MX Masters Kalender ist 92 Tage vor Saisonstart noch nicht fix.
Noch 92 Tage bis zum geplanten Start der Saison 2026 der ADAC MX Masters – und trotzdem ist der Rennkalender weiterhin nicht komplett. Nach außen wirkt alles ruhig, auf Instagram steht noch immer ein Kalender mit acht Rennen, inklusive der bereits abgesagten Veranstaltung in Bielstein.
In der Realität stehen damit zwei Veranstaltungen mit einem Fragezeichen da, denn auch Dreetz wackelt. Und zwar nicht aus Kleinigkeiten heraus, sondern wegen Themen, die für Teams, Fahrer und Fans echte Auswirkungen haben. Es geht nicht mehr um Feinjustierungen. Es geht um Planungssicherheit.
Dreetz: Saisonauftakt mit Fragezeichen
Der geplante Auftakt in Dreetz am 25. und 26. April steht nach wie vor auf TBC. Der Grund dafür ist heikel: eine mögliche Terminkollision mit einem bislang nur als TBA geführten Event im Kalender der MXGP. Besonders brisant wird das Ganze, weil dieser MXGP-Termin offenbar mit einem Lauf der EMX125 kombiniert werden soll. Auch wenn Ort und Details noch nicht offiziell bestätigt sind, reicht allein diese Überschneidung aus, um Alarmglocken schrillen zu lassen.
Für viele Teams, Fahrer, Industriepartner und Medien wäre ein Paralleltermin zur Weltmeisterschaft schlicht ein Problem. Genau deshalb ist Dreetz aktuell weniger ein fester Saisonstart als vielmehr ein Prüfstein. Als mögliche Lösung steht offenbar eine Option im Raum: der Verzicht auf den ADAC Junior Cup 125 an diesem Wochenende. Doch solange dazu keine klare Entscheidung fällt, bleibt auch Dreetz in der Schwebe.
Bielstein: Eine spürbare Lücke im Hochsommer
Noch deutlicher ist die Situation am 4. und 5. Juli. Durch den Rückzug des MSC Drabenderhöhe Bielstein e.V. fällt das traditionsreiche Rennen auf dem Bielsteiner Waldkurs weg. Bis heute gibt es keinen Ersatztermin und keinen Ersatzort. Das Wochenende ist schlicht leer. Und das schmerzt. Bielstein war mehr als nur ein Punkt im Kalender: Hartboden, Geschichte, Charakter – eine Strecke mit klarer Identität. Dass genau dieser Termin wegbricht, ist kein rein organisatorisches Problem, sondern auch ein emotionaler Verlust für die Serie.
Aktuell deutet vieles darauf hin, dass man statt eines Hochsommer-Rennens eher Richtung September schielt. Doch mit jedem Tag ohne konkrete Lösung wird es schwieriger, diese Lücke sinnvoll zu schließen.
Acht Rennen bleiben das Ziel – aber der Weg dorthin ist steinig
Der ADAC hat früh kommuniziert, dass man auch 2026 an acht Veranstaltungen festhalten will. Dieses Ziel steht weiterhin. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Lage, wie anspruchsvoll das in der Praxis ist.
Ein Ersatzlauf entsteht nicht einfach am Reißbrett. Vereine müssen kurzfristig finanzielle Risiken tragen, Helfer mobilisieren, Genehmigungen organisieren und komplette Infrastruktur bereitstellen. Je näher die Saison rückt, desto kleiner wird der Kreis derjenigen, die das überhaupt leisten können – und wollen.
Zwei offene Baustellen, wachsender Druck
Mit Dreetz und das ehemalige Bielstein-Rennen sind gleich zwei Termine nicht final geklärt. Beim einen geht es um eine internationale Terminkollision, beim anderen fehlt schlicht ein neuer Veranstalter. Beides lässt sich nicht mit einem schnellen Haken auf der To-do-Liste lösen.
Nach außen bleibt der ADAC ruhig und kontrolliert. Hinter den Kulissen dürfte jedoch längst auf Hochtouren gearbeitet werden: Gespräche mit Streckenbetreibern, Abgleiche mit internationalen Kalendern, rechtliche und organisatorische Prüfungen – während die Uhr weiterläuft.
Qualität vor Schnellschuss
Eine schnelle Lösung um jeden Preis wäre die schlechteste Variante. Die ADAC MX Masters leben von ihrem sportlichen Niveau, ihrer Verlässlichkeit und ihrem Anspruch. Eine Notlösung, die organisatorisch oder sportlich nicht trägt, würde der Serie mehr schaden als helfen. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Klarheit. Für Teams, Fahrer und Fans ist Planungssicherheit keine Nebensache – sie ist die Grundlage jeder Saison.
92 Tage vor dem geplanten Start sind zwei Termine offen. Einer wegen möglicher Überschneidungen mit dem MXGP-Kalender, einer, weil ein Traditionsveranstalter weggebrochen ist und bislang kein Ersatz gefunden wurde. Das ist keine einfache Ausgangslage. Aber es ist eine, die jetzt klare Entscheidungen verlangt.
Denn die Saison 2026 beginnt nicht erst am Startgatter.
