Weitere FRHPhe-02 Helme: Troy Lee Designs und Leatt

Troy Lee Designs hat nun auch einen FRHPhe 02 geprüften Helm

Troy Lee Designs hat nun auch einen FRHPhe 02 geprüften Helm. / Foto: TLD

Wie wir bereits berichteten, zieht die Fédération Internationale de Motocyclisme (FIM) beim Thema Kopfschutz die Schrauben weiter an. Seit dem 1. Januar 2026 gilt im Offroad-Sport ein neuer Maßstab – und der liegt deutlich höher als alles, was bisher bekannt war. Mit der jüngsten Erweiterung der Homologationsliste entsprechen nun insgesamt zehn verschiedene Offroad-Helmmodelle dem FRHPhe-02-Standard. Die Botschaft der FIM ist eindeutig: Beim Thema Sicherheit gibt es keinen Interpretationsspielraum mehr.

Was FRHPhe-02 für Motocross & Co. bedeutet

FRHPhe-02 ist kein neues Logo und kein Marketing-Upgrade, sondern ein zusätzlicher Sicherheitsfilter über bestehenden Normen. Auch Offroad-Helme müssen weiterhin eine internationale Zertifizierung wie ECE 22.06JIS oder Snell erfüllen – doch das allein reicht künftig nicht mehr aus. Der FRHPhe-02-Standard setzt bewusst oberhalb dieser Normen an und wurde bereits 2022 gemeinsam mit den Herstellern entwickelt, um realistischere Belastungen aus dem Rennsport abzubilden.

Eine wichtige Einordnung betrifft die Nachwuchs- und Supportklassen: In den EMX-Serien, also den direkten Unterbauklassen der Motocross-Weltmeisterschaft, schreibt die FIM die FRHPhe-02-Norm 2026 noch nicht verbindlich vor, spricht aber eine klare Empfehlung aus. Damit setzt der Verband früh ein Signal: Auch im Nachwuchsbereich soll der Umstieg auf den neuen Sicherheitsstandard bewusst vorbereitet werden.

Diese Offroad-Helme sind neu homologiert

Mit der jüngsten Freigabe wurde die Liste der FRHPhe-02-konformen Offroad-Helme weiter ausgebaut. Neu hinzugekommen sind der Leatt Moto 9.5 in Größe M sowie der Troy Lee Designs SE5-06 in den Größen M und L. Insgesamt erfüllen damit aktuell elf Offroad-Helmmodelle die Anforderungen des FRHPhe-02-Standards.

  • Acerbis AIRSTRIKE FIM Racing #2 (XS – S – M)
  • Airoh Aviator 3 EVO (XS – S – M – L – XL – XXL)
  • Alpinestars S-M10 (M – L)
  • Arai MX-V FIM Racing #2 (XS – S – M – L – XL)
  • Bell MOTO-10 GP (XS – S – M – L – XL)
  • Fly Racing Formula S (YL – XS – S – M)
  • Just1 J18 (M)
  • Leatt Moto 9.5 (M)
  • LS2 X-FORCE PRO (XS – S – M – L – XL – XXL – XXXL)
  • 6D ATR-3 (XS – S – M – L – XL – XXL)
  • Troy Lee Designs SE5-06 (M – L)

Das entscheidende Detail: das FIM-Label

Für Fahrer besonders wichtig: Ein FRHPhe-02-konformer Offroad-Helm ist immer eindeutig erkennbar. Das FIM-Homologationslabel ist fest am Kinnriemen eingenäht. Fehlt dieses Label, gilt der Helm im FIM-Offroad-Sport als nicht zugelassen – unabhängig von Alter, Preis oder äußerem Zustand.

Warum der neue Standard so viel weiter geht

FRHPhe-02 prüft Offroad-Helme deutlich umfassender als frühere Normen. Neben klassischen Aufpralltests kommen schräge und halbkugelförmige Anprallkörper zum Einsatz, um Rotationskräfte zu messen – genau jene Belastungen, die bei Stürzen im Gelände besonders kritisch für das Gehirn sind. Zusätzlich verschärft FRHPhe-02 die Grenzwerte deutlich, schreibt einen Quick-Removal-Test der Wangenpolster für die medizinische Erstversorgung vor und führt erstmals ein Skull Fracture Criterion ein, das gezielt das Risiko von Schädelbrüchen bewertet.

Noch nicht das Ende der Entwicklung

Aktuell arbeiten 17 Hersteller an Offroad-Helmen direkt mit den FIM-Laboren zusammen. Die Liste der FRHPhe-02-konformen Modelle wird sich also weiter verlängern. Für Motocross-, Enduro- und Cross-Country-Fahrer bedeutet das: mehr Auswahl – aber auch die klare Pflicht, sich frühzeitig mit dem neuen Standard auseinanderzusetzen.