Supercross: Whoops als Schlüsselstelle

Supercross Whoops sind in vielen Fällen der Schlüssel zum Sieg

Supercross Whoops sind in vielen Fällen der Schlüssel zum Sieg. / Foto: NBC Sports

Im Supercross entscheiden oft nur wenige Meter darüber, ob ein Fahrer angreifen kann – oder Zeit verliert. Eine der entscheidenden Passagen auf jeder Strecke sind die Whoops. Wer hier den perfekten Rhythmus findet, gewinnt sofort Boden. Wer ihn verliert, zahlt mit wertvollen Zehntelsekunden.

Ein Blick auf die Sektorzeiten der drei Rennen beim Triple-Crown Indianapolis zeigt deutlich: Cole Davies war in dieser Sektion der Maßstab des Abends.

Drei Rennen, dreimal Bestzeit

Im ersten Lauf setzte Davies mit 4,093 Sekunden die schnellste Zeit durch die Whoops. Dahinter folgten Coty Schock (4,265) und Dexton Bennick (4,274), während Jo Shimoda (4,294) ebenfalls noch innerhalb weniger Zehntel blieb.

Auch im zweiten Rennen blieb Davies der schnellste Fahrer in dieser Passage. Seine Zeit von 4,374 Sekunden bedeutete erneut Rang eins. Dahinter sortierten sich Valentin Guillod (4,568) sowie Pierce Brown (4,700) ein.

Im dritten Lauf bestätigte Davies schließlich seine Dominanz. Mit 4,322 Sekunden fuhr er erneut die schnellste Zeit durch die Sektion, gefolgt von Brown (4,699) und Bennick (4,765).

Die Daten zeigen damit klar: Davies war in den Whoops über den gesamten Abend hinweg der schnellste Fahrer im Feld.

Wie viel Strecke Davies tatsächlich gewinnt

Doch wie groß ist dieser Vorteil in der Praxis? Um das zu berechnen, braucht man im Grunde nur zwei Parameter: den Abstand zwischen den Whoops sowie die Anzahl der Whoops in der Sektion.

Im AMA Supercross sind die Maße relativ konstant:

  • Whoop-Höhe: etwa 0,9 Meter
  • Abstand von Spitze zu Spitze: rund 2,4 bis 3,0 Meter

In Indianapolis bestand die Passage aus neun Whoops. Bei einem durchschnittlichen Abstand von 2,7 Metern ergibt sich folgende Länge der Sektion: (9−1)×2,7. Der Abstand wird zwischen den Whoops gemessen – daher wird eine Verbindung weniger gerechnet – die Whoops-Sektion war damit rund 21,6 Meter lang.

Ein Meter Vorsprung nur in dieser Passage

Im ersten Rennen benötigte Cole Davies für die Whoops 4,093 Sekunden, während Coty Schock mit 4,265 Sekunden die zweitschnellste Zeit setzte. Die Differenz beträgt 0,172 Sekunden – auf den ersten Blick ein kaum wahrnehmbarer Unterschied. Über die gesamte Sektion wird daraus jedoch messbarer Raumgewinn.

Rechnet man die Zeiten auf die rund 21,6 Meter lange Whoops-Passage um, ergibt sich folgende Durchschnittsgeschwindigkeit:

  • Davies: etwa 5,28 m/s
  • Schock: etwa 5,06 m/s

Der Unterschied wirkt klein, summiert sich über die komplette Sektion jedoch auf rund 0,9 Meter Streckenvorteil. Oder anders gesagt: Davies gewinnt allein in den Whoops fast eine halbe Bike-Länge – auf ein 15 Runden umfassendes Rennen sind das knapp 14 Meter Vorsprung.

Kleine Unterschiede, große Wirkung

Genau hier zeigt sich, warum diese Passage im Supercross so entscheidend ist. Ein Meter Vorsprung in den Whoops bedeutet meist, dass der Fahrer mit mehr Geschwindigkeit in die nächste Kurve einbiegt und dort bereits in Angriffsposition ist. Davies gelang genau das in allen drei Rennen.

Oder kurz gesagt: Wer die Whoops kontrolliert, kontrolliert oft auch das Rennen – und Davies hatte sie an diesem Abend klar im Griff.