MXGP vs. USA: Jeffrey Herlings spricht das aus, was viele denken
Jeffrey Herlings zieht vergleiche zwischen MXGP und AMA Rennen
Es ist kein neues Thema. Aber es kommt immer wieder hoch. Und wenn es einer wie Jeffrey Herlings anspricht, hört man ein bisschen genauer hin. Denn der Vergleich zwischen der MXGP und den US-Serien steht seit Jahren im Raum. Meist zwischen den Zeilen. Dieses Mal nicht.
Ein Sieg – und nichts dafür?
Der Punkt, der hängen bleibt, ist simpel. Du gewinnst einen Grand Prix. Du bist an diesem Wochenende der Schnellste im Feld. Und vom Veranstalter selbst kommt: nichts. Kein Preisgeld.
Das ist im Infront MXGP-System kein Einzelfall, sondern Realität. Einnahmen laufen über Verträge, Hersteller, Sponsoren. Funktioniert – solange du vorne mitfährst und eingebunden bist. Aber es blendet einen Teil komplett aus: den direkten Wert eines Rennens.
Und genau da wird der Vergleich unangenehm.
USA: anderes Spiel, andere Regeln
Schaut man rüber zur AMA Supercross Championship, zur AMA Pro Motocross Championship oder zur SuperMotocross World Championship, läuft das anders. Dort gibt es Preisgeld. Klar strukturiert. Teil des Systems. Nicht nur für den Champion am Ende der Saison, sondern direkt am Renntag. Main Event, Gesamtwertung, Bonusprogramme. Summen, die nicht nur gut klingen, sondern einen echten Unterschied machen.
Herlings nennt selbst ein Beispiel: Ironman 2017, ein Gaststart – rund 5.000 Dollar. Eine Woche später gewinnt er einen Grand Prix. Und geht leer aus. Das muss man erstmal sacken lassen.
Das Problem ist nicht neu – aber es bleibt liegen
Natürlich kann man argumentieren: andere Märkte, andere Strukturen, andere Einnahmequellen. Stimmt alles. Aber die Frage bleibt trotzdem stehen: Warum wird Leistung in der MXGP nicht direkt vergütet? Gerade in einer Phase, in der der Sport um Sichtbarkeit kämpft, um neue Fans, um Investoren. In der andere Serien anfangen, ihr Produkt klarer zu definieren.
Infront, Promoter der MXGP, hält an einem Modell fest, das funktioniert – aber nicht mehr zeitgemäß wirkt.
Mehr als nur Geld
Herlings bleibt nicht beim Finanziellen stehen. Er spricht auch über die Umsetzung. Strecken, Vorbereitung, Größe der Layouts – vor allem im Outdoor-Bereich sieht er die USA vorne. Mehr Raum, mehr Flow, oft klarere Linien.
Das ist kein pauschales „alles besser“. Aber es zeigt, wo Unterschiede liegen. Und die summieren sich.
Zwei Systeme, die sich auseinanderentwickeln
Die MXGP Weltmeisterschaft ist global. Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Strecken, unterschiedliche Bedingungen. Das ist Teil ihres Reizes – und gleichzeitig eine Herausforderung.
Die USA funktionieren kompakter. Klarer strukturiert. Stärker auf Event und Vermarktung ausgerichtet. Das macht sie greifbarer. Und in manchen Punkten auch effizienter.
Wer zahlt am Ende den Preis?
Das aktuelle System trifft nicht die Stars. Ein Fahrer wie Herlings hat seine Verträge. Seine Struktur. Seine Sicherheit. Aber darunter wird es dünn. Privatteams, Nachwuchsfahrer, Leute, die sich von Rennen zu Rennen hangeln – für die macht Preisgeld einen Unterschied. Nicht als Bonus. Sondern als Grundlage.
Und genau dieser Baustein fehlt im MXGP.
Kein Angriff – eher ein Hinweis
Das Ganze ist keine Abrechnung. Es ist eher ein Hinweis darauf, dass sich Dinge verschieben. Dass andere Serien anfangen, ihre Fahrer anders einzubinden. Anders zu entlohnen. Anders darzustellen.
Und dass Infront sich irgendwann entscheiden muss, ob sie diesen Weg mitgeht.
Am Ende bleibt eine einfache Frage
Wie viel ist ein GP-Sieg wert? Sportlich: alles. Finanziell: aktuell erstaunlich wenig – zumindest direkt. Und genau das ist der Punkt, an dem die Diskussion nicht mehr nur intern geführt wird.
