KTM Mutter Bajaj Mobility mit drastischem Umsatzrückgang 2025

KTM Mutter Bajaj Mobility veröffentlicht Vorläufige ungeprüfte Kennzahlen 2025

KTM Mutter Bajaj Mobility veröffentlicht Vorläufige ungeprüfte Kennzahlen 2025. / Foto: KTM

Der Name ist neu, die Ausgangslage ebenso – und die Zahlen sind, vorsichtig gesagt, ungewöhnlich. Bajaj Mobility AG (vormals PIERER Mobility AG) hat vorläufige, ungeprüfte Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Sie erzählen die Geschichte eines Konzerns im radikalen Umbau: brutal im Umsatz, spektakulär im Ergebnis, strategisch klar im Ausblick.

Weniger Umsatz, aber ein dicker Strich unter die Vergangenheit

Mit einem Konzernumsatz von 1,009 Milliarden Euro verzeichnet Bajaj Mobility 2025 einen Rückgang von rund 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das klingt dramatisch – ist es auch. Allerdings ist dieser Einbruch kein Marktsignal, sondern eine direkte Folge der Sanierungsphase im ersten Halbjahr 2025, in der das Geschäft bewusst zurückgefahren wurde.

Gleichzeitig wurde genau in dieser Phase der Grundstein für den Turnaround gelegt.

Sanierung als Ergebnis-Turbo

Der entscheidende Hebel liegt im sogenannten Sanierungsgewinn. Durch den erfolgreichen Abschluss der Restrukturierungsverfahren bei der KTM AG, KTM Components GmbH und KTM Forschungs- & Entwicklungs GmbH entstand ein einmaliger Sanierungsgewinn von 1,193 Milliarden Euro. Dieser Effekt prägt die Ergebnisrechnung massiv – und sorgt für Zahlen, die man so selten sieht.

Das EBITDA dreht von -481 Millionen Euro im Vorjahr auf +874 Millionen Euro, das EBIT von -1,184 Milliarden Euro auf +748 Millionen Euro. Auch das Ergebnis vor Steuern liegt mit 663 Millionen Euro klar im Plus. Kurz gesagt: operativ wurde aufgeräumt, bilanziell wurde neu gestartet.

Finanzlage deutlich stabilisiert

Auch abseits der Gewinn- und Verlustrechnung zeigt sich der Umbau. Die Nettoverschuldung wurde innerhalb eines Jahres von 1,643 Milliarden Euro auf 798 Millionen Euro halbiert. Das Eigenkapital ist wieder positiv und liegt bei 385 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote steigt auf 24,3 Prozent – ein massiver Sprung aus dem negativen Bereich des Vorjahres.

Der Free Cashflow bleibt mit -34 Millionen Euro zwar leicht negativ, zeigt aber eine klare Trendwende: Im zweiten Halbjahr 2025 war er bereits positiv. Für einen Konzern, der zuvor tief im Minus steckte, ist das ein wichtiges Signal.

Weniger Menschen, weniger Investitionen – bewusst

Die Restrukturierung hatte ihren Preis. Die Mitarbeiterzahl sank von 5.310 auf 3.782, die Investitionen (exklusive Leasing) wurden um fast 70 Prozent reduziert. Bajaj Mobility hat 2025 nicht auf Wachstum gesetzt, sondern auf Überleben, Stabilisierung und Effizienz.

Blick nach vorn: 2026 soll liefern

Für 2026 formuliert der Konzern eine klare Marschrichtung: Fokus auf das Motorrad-Kerngeschäft, weitere Kostenreduktion, schlankere Strukturen – und vor allem die Rückkehr zu einem deutlich positiven Cashflow. Gleichzeitig plant Bajaj Mobility eine spürbare Steigerung von Umsatz und Absatz, sobald die Restrukturierung greift.

Mit den Marken KTMHusqvarna Motorcycles und GASGAS sowie dem Komponenten-Spezialisten WP bleibt das Portfolio sportlich scharf positioniert. Die Botschaft ist eindeutig: 2025 war das Jahr des harten Schnitts – 2026 soll das Jahr der Umsetzung werden.

Einordnung

Die Zahlen von Bajaj Mobility AG sind kein klassischer Geschäftsbericht, sondern ein Zwischenstand nach einer der tiefgreifendsten Umstrukturierungen der europäischen Motorradindustrie. Der Umsatzrückgang täuscht nicht über die Realität hinweg, sondern erklärt sie. Entscheidend ist: Die Bilanz ist repariert, die Schulden sind reduziert, der Konzern ist wieder handlungsfähig.

Oder im Klartext: Bajaj Mobility ist 2025 kleiner geworden – aber deutlich stabiler. Und genau darauf baut der Neustart auf.