Eli Tomac dominiert Seattle – nur noch ein Punkt hinter Lawrence

Eli Tomac gewinnt das Seattle Supercross 2026

Eli Tomac gewinnt das Seattle Supercross 2026. / Foto: Align Media

Seattle war wieder genau das, was man erwartet. Tief. Zerfahren. Unberechenbar. Ein Track, der dich mental zermürbt, wenn du nicht absolut fokussiert bleibst. Und genau dort hat Eli Tomac ein Ausrufezeichen gesetzt. Dritter Saisonsieg. 56. 450SX-Karriereerfolg. Und nur noch ein Punkt Rückstand auf Tabellenführer Hunter Lawrence.

Kein perfekter Tag – aber ein perfektes Main Event

Der Samstag begann für Tomac alles andere als ideal. „Ich hatte kein besonders gutes Training“, gab er offen zu. Die Strecke war von Beginn an brutal. „Jeder hat Fehler gemacht. Hier ist nichts einfach.“ Vor allem eine Stelle bereitete ihm Kopfzerbrechen: der Triple auf das Tabletop. „Den bin ich bis zum Main Event gar nicht gesprungen.“ Und genau dieser Sprung sollte später zum Schlüssel werden.

Tomac blieb ruhig, arbeitete mit seinem Team an kleinen Anpassungen und analysierte jede Session. „Wir haben ein paar kleine Änderungen gemacht“, erklärte er. Kein hektisches Umbauen, kein großes Drama – sondern Feinarbeit.

Geduld gegen Webb – und dann der Schlag

Den Holeshot sicherte sich Cooper Webb, der in der Anfangsphase extrem schnelle Sprintlaps setzte. Tomac blieb in Schlagdistanz. Er wusste: In den Whoops machte er Zeit gut. „Als ich den Triple auf das Tabletop sauber hinbekam, wusste ich: Jetzt kann ich mitgehen.“

Zur Rennhälfte kam der Moment. Tomac nutzte eine Innenlinie, die er bewusst bis zum Schluss zurückgehalten hatte. „Die habe ich mir für das Ende des Main Events aufgehoben. Ich hatte genug von diesem Stress.“ Diese Linie brachte ihn aus den tiefsten Spurrillen heraus – und verschaffte ihm die entscheidenden Meter.

Pass. Führung. Kontrolle.

„Als ich vorne war, ging es nur noch darum, nach vorne zu schauen und meinen Rhythmus zu halten.“ Selbst schwierige Überrundungssituationen brachten ihn nicht aus dem Konzept.

Fokus auf das Red Plate

Interessant: Trotz des Sieges war Eli Tomac nicht vollständig zufrieden. „Ich habe nicht das Red Plate – also bin ich nicht glücklich.“ Diese Aussage zeigt, worum es inzwischen geht. Nicht um einzelne Erfolge, sondern um den Titel.

Nach seinem Sturz in der Vorwoche war er körperlich nicht ganz bei 100 Prozent. „Ich hatte mir das Bein etwas verdreht, aber jetzt ist alles in Ordnung.“ Seattle war die Antwort auf Zweifel – sportlich wie mental. Auch sein Team zeigte sich beeindruckt. Man habe über den Tag hinweg gesehen, wie er jede Session analysierte, klare Rückmeldungen gab und das Bike Schritt für Schritt optimal auf das Main Event vorbereitete.

Der Titelkampf ist eröffnet

Hunter Lawrence rettete mit Platz vier die Tabellenführung – doch der Vorsprung beträgt nur noch einen Punkt. Webb weiß, dass mehr drin gewesen wäre. Roczen verlor wichtige Zähler. Und Tomac? Der wirkt wie jemand, der genau zur richtigen Zeit in Form kommt.

Seattle war kein Zufallssieg. Es war ein kontrollierter, taktisch kluger und technisch sauberer Auftritt auf einer der schwierigsten Strecken des Jahres.

Und genau solche Siege entscheiden Meisterschaften.

Meisterschaftsstand nach 6 Runden

Series_Points_16_495073

Ergebnis Seattle Supercross 2026

Race_Result_6530078